Montag, 7. Oktober 2013

Schlosspark Dennenlohe - ein faszinierender Landschaftpark

Das Schloss Dennenlohe in Mittelfranken war mir bisher als Verleihungsort des Gartenbuchpreises bekannt - dass es auch ein Gartenziel ersten Ranges ist, habe ich bei unserem Besuch am 4.10. feststellen können. Besonders malerisch ist der Rhododendronpark mit seiner Abfolge kleiner Inseln vom "Japanischen Moosgarten" zur Moorinsel, Birken-, Theater-, Magnolien- Bambus- und Tempelinsel, die mit festen oder schwankenden Brücken und über Pontonsteine miteinander verbunden sind.
Hier zunächst einmal die Übersicht zur Orientierung



Der Bereich direkt am Schloss (II) ist nur an den Gartentagen öffentlich zugänglich. Aber keine Sorge, der Rhododendronpark und der Landschaftspark sind so weitläufig und interessant, dass man dort viele Stunden gehend, schauend und sitzend genießen kann. Nahe der Mauer des privaten Schlossgartens sind wahrhaft malerische Ansichten zu bestaunen! 

Sumpfzypressen 

Glyzinienbrücke nahe der Schlossgartenmauer

Herbstkrokusse und Herbstzeitlose 




Blick auf den Etagenhartriegel 'Frohnleiten' von der Zen-Insel aus

Steinbrücke am chinesisch-japanischen Bachlauf 

Balinesische Steinlaterne auf der Bambusinsel 

Sridevi Kopf an der Lotuspassage 

Nach dem Besuch der kleinen abgeschiedenen Inselchen geht der Weg über in den Landschaftspark mit verschiedenen Themen. Kakteenhang und Schilfweg mitten durchs Röhricht, Irische Heide und Wurzelweiher, Schlossarena und Goldregenweg, Wellengärten und Prärie und noch viele andere Pflanzungen gilt es zu entdecken, bis man schließlich wieder am neu gepflanzten Labyrinth und am "Platnersberg" mit der aufgepflanzten Geschichte der Rosen und der Camera obscura im Eingangsbereich ankommt.








Blick auf die Gongbrücke 






Der Spiegelweiher, umgeben von japanischen Honigbäumen
Herbstblüten in den Wellengärten 


Ein Tor aus Holzpaletten 




Diesen Park möchte ich unbedingt wieder besuchen - zum einen, weil er zu anderen Jahreszeiten mehr Blüten zeigt, sondern auch weil dort immer weiter gearbeitet und gestaltet wird. 
Mehr Informationen zum Park auf der offiziellen Seite von Schloss Dennenlohe: http://www.dennenlohe.de/de/park

Montag, 19. August 2013

Der Kräutergarten Zellers in Eglofs - ein schönes Ausflugsziel im Allgäu


Renate Tschöll aus Eglofs bei Argenbühl hat sich den heimischen Pflanzen verschrieben. Auf dem inzwischen nicht mehr bewirtschafteten Familienbetrieb legte die Bäuerin einen Schaugarten an, um Besuchern die große Vielfalt von heimischen heilenden Pflanzen zu zeigen. Sie ist der festen Überzeugung, dass die Pflanzen, die um uns herum wachsen auch die besten zur Erhaltung der Gesundheit sind.



Einen offenen Garten „der Gesundheit, Sinne und Besinnlichkeit“ wollte sie schaffen und fand dafür Unterstützung bei der Gemeinde Argenbühl und bei „Plenum“, dem Projekt des Landes Baden-Württemberg zum Erhalt von Natur und Umwelt (mehr unter http://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/48744/).
Der Kräutergarten Zellers liegt auf einer Höhe von 610 Metern über dem Argental im Westallgäu in der schönen Landschaft zwischen Wangen und Isny. Hier muss der Garten nicht durch Hecken und Sichtschutz abgetrennt werden, im Gegenteil – der Garten und die ihn umgebende Streuobstwiese verbinden sich zu einem harmonischen Gesamtbild.



Renate Tschöll plante die Beete nach der Verwendung der Pflanzen – in sechs Beeten finden sich Heilkräuter sortiert nach den Körperzonen und Organen, für die sie Verwendung finden. In der Mitte des Gartens sind etwas erhöht vier Themenbeete mit religiösem Bezug angelegt: Pflanzen der Heiligen Hildegard von Bingen, Pflanzen der Mutter Gottes, Pflanzen der Bibel und Pflanzen des Volksglaubens haben hier ihre eigenen Bereiche.
Auch die Küchenkräuter sind in einem großen Beet versammelt, hier finden sich neben den heute noch häufig verwendeten Kräutern wie Petersilie, Schnittlauch, Thymian, Majoran auch seltener gewordene wie die Pimpinelle, einem Bestandteil der klassischen Frankfurter Grünen Soße.



Viele robuste Zierstauden und Rosen bereichern den Garten. Ihre Farben fließen in leuchtender Harmonie von blau zu violett, von rosa zu rot und über orange zu gelben Tönen.
Im Juli 2001 wurde der Kräutergarten eröffnet und seitdem von vielen Menschen besucht. Für seine Gärtnerin hat sich damit ein lang ersehnter Traum erfüllt, dessen Verwirklichung ihre große Freude ist. Die vielen positiven Reaktionen bestätigen und bestärken Renate Tschöll in ihrer Arbeit. Jedes Jahr fallen ihr wieder neue Ideen für Bepflanzungen, Skulpturen und andere Gestaltungsmöglichkeiten ein. Für die Umsetzung kann sie sich auf die Unterstützung und regelmäßige Mithilfe ihrer Familie verlassen.


Den Sinnespfad begeht man am besten barfuß um sich auf die Empfindungen einzulassen, die durch den Kontakt der Fußsohlen mit den unterschiedlichen Materialen hervorgerufen werden. „Über die Erde sollst du barfuß laufen....Du kannst doch den Weg mit deinen Zehen sehen...Spür das nasse Gras unter deinen Füßen und den trockenen Staub. Lass dir vom Moos die Sohlen streicheln und küssen“ fordert das in Folie eingeschweißte Gedicht „Über die Erde“ den Besucher auf.
Eine Bank bietet sich an, in Ruhe die Schönheit der vielen Blumen zu genießen und dabei „die Seele baumeln“ zu lassen. Beim Rundgang auf dem Sinnespfad einfach einmal vor einer Pflanze die Augen zu schließen, ihren Duft wahrzunehmen  und mit den Händen vorsichtig die Beschaffenheit ihrer Blätter zu erfühlen kann eine tief entspannende und heilsame Wirkung haben.

Während der Saison hält die „Allgäuer Wildkräuterführerin“ Gaby Schädler zur Jahreszeit passende Kurse im Kräutergarten Zellers ab. Zum Beispiel geht es unter dem Thema „Kräuter der Sommersonnenwende“ um alte Rituale und um Sommerkräuter wie
Lavendel und Johanniskraut, zum „Frauendreißiger“ steht der traditionelle Kräuterboschen im Mittelpunkt und im Herbst zur „Wurzelgräberzeit“ werden die Kräfte der Wurzelpflanzen erörtert. Gruppen ab zehn Personen können bei Gaby Schädler oder Renate Tschöll Kräuterführungen durch den Garten buchen.



Der gute Mutterboden mit kiesigem Untergrund ist ideal für die Pflanzen, die auf den etwa 1000 Quadratmetern sehr üppig und gesund wachsen. Mannshohe Lilien, Königskerzen und Karden neigen sich in die schmalen Wege, weiße Staudenwicken flechten sich in riesige Beifußstöcke, flächig wachsende weiße und leuchtend dunkellila Phloxe verströmen eine starke Duftwolke. Bei meinem Besuch Ende Juli bilden die ungebändigten Pflanzen einen wahren Kräuterdschungel – vermutlich keine Augenweide für Liebhaber akkurat gepflegter Beete, aber faszinierende Fülle für Freunde naturnaher Gärten. Viele Skulpturen aus Holz, Stein und Metall schaffen eine besondere Atmosphäre und verstärken die kraftvolle Ausstrahlung der Pflanzen. 

Der Kräutergarten ist von Mai bis September täglich von 10 – 20 Uhr geöffnet 
Die aktuellen Kursthemen finden Sie auf der Webseite des Gartens


Kräutergarten Zellers
Renate Tschöll mit Familie
Zellers 1
88260 Argenbühl/Eglofs
Tel. 07522 20951


Der Artikel über den Kräutergarten Zellers ist im Sommerheft von "Die Allgäuerin" erschienen

Mittwoch, 22. Mai 2013

Die Irisblüte im Eriskircher Ried am Bodensee


Wohl das schönste Stück des württembergischen Bodenseeufers, das noch den Zauber der Natürlichkeit und Ursprünglichkeit weitgehend bewahrt hat, ist das Eriskircher Ried zwischen der Aach- und der Schussenmündung östlich von Friedrichshafen“ schrieb der  Botaniker Karl Bertsch aus Ravensburg im Jahr 1941, und seine Worte haben auch heute noch Gültigkeit.

Silberpappeln im Eriskircher Ried

Von besonderer Schönheit sind die Auenwälder entlang der Schussen, die vorwiegend von Silberweiden geprägt sind. Wasservögel wie der Haubentaucher und die Blässralle bevölkern die Schussen und die Altwasserarme, der seltene Pirol und der Gelbspötter sind in den Auenwäldern zu hause. Ein romantisches Bild erzeugen die Weidenbestände am Ufer des Bodensees. Die Schilfbestände am Ufer sind im Sommer überschwemmt und bilden die Kinderstube für Fische und Wasservögel. Ökologisch besonders wertvoll ist die Flachwasserzone, die bis einen Kilometer in den See hinein reicht. Licht, Wärme und eine hohe Nährstoffdichte fördern hier das pflanzliche Wachstum, Scharen von Wasservögeln finden hier genügend Nahrung.                           
Erdgeschichtlich gesehen ist die Landschaft in diesem Gebiet noch jung – während der letzten Eiszeit bedeckten bis zu 500 Meter dicke Eisschichten diese Gegend. Als im Zuge der Erderwärmung vor etwa 15.000 Jahren die schmelzenden Gletscher das Bodensee-Becken hinterließen, begannen Pflanzen das Gebiet zu besiedeln.                                                        
Schon seit Jahrhunderten bewirtschaften die Menschen das Ufer des Bodensees. Sie rodeten den Großteil der ausgedehnten Auwälder und nutzten die offenen Flächen als Streuwiesen für ihr Vieh. Aus dem Schilf des Rieds wurden Matten geflochten, ab Mitte des 19. Jahrhunderts ein wichtiges Handwerk in Eriskirch.                                                                                                                       
1939 wurde das Eriskircher Ried als Naturschutzgebiet ausgewiesen, dennoch benutzen es die französischen Besatzungstruppen bis 1954 als Luftschießübungsplatz. Trotz der Ausweisung als Naturschutzgebiet war und ist das Ried gefährdet – so starb etwa das seltene, hier beheimatete “Bodenseevergissmeinnicht” in der Uferzone des Sees aus, nachdem sich ab 1960 die Wasserqualität drastisch verschlechterte. Diese ist inzwischen wieder wesentlich besser, aber die zunehmende  Isolierung des Gebietes durch Siedlungs- und Straßenbau, die intensive  landwirtschaftliche Nutzung der umgebenden Flächen. Heute ist das Eriskircher Ried ein wichtiges Erholungsgebiet sowohl für die Einheimischen als auch für die Feriengäste, das Strandbad ist im Sommer ein beliebter Ausflugsort für Familien. 
 
Die Irisblüte: ein Höhepunkt des Jahres im Eriskircher Ried   

                                                 
Am schönsten ist es im Ried von Mitte Mai bis Anfang Juni – zu Tausenden erblühen nun die blauen Sibirischen Schwertlilien, eine hier beheimatete Wildpflanze, deren Vorkommen vom Oberrhein als westliche Grenze bis nach West-Sibirien reicht. Wo sie sich wohlfühlt, auf  feuchten Streuwiesen und in Niedermooren, bildet sie stattliche Horste und große Bestände aus.                                              
Die Iris sibirica wurde von der Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt zur Blume des Jahres  2010 gewählt.  Die Bestände dieser einstmals in Deutschland stark verbreiteten Wildstaude sind durch Trockenlegungen,  frühe Mahd und die Umwandlung von Grünland in Äcker stark zurückgegangen, in vielen Regionen ist sie bereits ausgestorben. In Deutschland kommt die Art zum Beispiel im Osten von Niedersachsen im Wendland, von Hannover bis zum Nordharz,  in Sachsen oder in Mecklenburg- Vorpommern und in Baden-Württemberg vor allem in Riedgebieten am Bodensee vor. Im Eriskircher Ried hat sie sich in einem ihrer wohl schönsten und stärksten Bestände in Deutschland halten können. Die weit verbreitete Wasser-Schwertlilie bringt gelbe Tupfer in die vom Blau dominierten Wiesen, später folgen die gelben Blüten des Weidenblättrigen Alants, des Johanniskrautes und der Gelben Wiesenraute.




Das Naturschutzzentrum Eriskircher Ried 

Seit 1992 dient das Gebäude des alten Eriskircher Bahnhofs einem neuen Zweck – es beherbergt das Naturschutzzentrum Eriskirch, dem ersten  Anlaufpunkt für Besucher des Rieds. Die 2011 neu erstellte Dauerausstellung „Natur am Bodensee“ ist ganz auf Familien eingestellt. Bodensee-Fische können im Aquarium beobachtet werden, ein dreidimensionales Modell des Bodensees bietet

Eine eindrucksvolle Veranschaulichung der Unterwasserlandschaft und große Tafeln informieren über die reichhaltige Flora und Fauna. Extra für Kinder gibt es auch noch eine Leseecke zum Schmökern. Neben wechselnden Ausstellungen werden auch regelmäßig Vorträge und Seminare angeboten. Empfehlenswert sind auch die Führungen durch das Ried, hier gibt es unter anderem

spezielle Angebote für Familien mit Kindern. Ab zehn Personen sind auch Vereinbarungen für Sonderführungen möglich. Führungen zu den Brutstätten und Lebensräumen besonders seltener Tiere und Pflanzen, die diese Arten gefährden könnten, werden nicht durchgeführt. Neben dem Ziel, Kinder und Erwachsene für die Natur zu begeistern, steht doch immer die Rücksicht auf ihren Schutz im Vordergrund.

Zu den Aufgaben des Naturschutzzentrums gehört auch die “Besucherlenkung”, bei über 300.000 Besuchern im Jahr eine wichtige Maßnahme zur Erhaltung des Rieds. So auch der dringende Hinweis an alle Besucher des Rieds: bitte bleiben Sie auf den Wegen, um die Natur nicht zu (zer)stören! Es wurden zwei Plattformen zur Vogelbeobachtung am Ufer des Sees errichtet, zwei neue Lehrpfade informieren über die Besonderheiten des Naturschutzgebietes. Auch Pflegearbeiten werden vom Naturschutzzentrum aus koordiniert und durchgeführt.

Riedwiesen brauchen regelmäßige Pflege

Um die wertvollen Riedwiesen zu erhalten, müssen sie regelmäßig gemäht werden, um nicht binnen weniger Jahrzehnte zu verbuschen . Auf längere Sicht würde sich also ohne Pflegemaßnahmen wieder ein Wald entwickeln, eine Entwicklung, die man hier zum Schutz seltener Tier- und Pflanzenarten nicht zulässt. Früher waren die “Streuwiesen” wichtiger Lieferant für Einstreu in der Landwirtschaft, mit der Umstellung auf Spaltenböden in den Ställen ging ihr Wert für die Landwirte zurück. Heute werden sie größtenteils im Winter im Auftrag der Naturschutzverwaltung gemäht und abgeräumt.  
Zu den notwendigen Maßnahmen gehört auch das Zurückdrängen unerwünschter Gehölze in Streuwiesen und die Bekämpfung der aus Nordamerika und Asien eingeschleppten Kanadischen  Goldrute und dem Drüsigen Springkraut, da diese Arten Standorte seltener Pflanzen bedrohen. Außerdem werden gezielte Maßnahmen ergriffen, um besonders gefährdete Arten zu schützen. So wurden bisher mehrere kleine Tümpel angelegt und Gräben erweitert, um dort Amphibien und Wasserinsekten einen Lebensraum zu bieten. In einem Randbereich wurde eine Streuobstwiese neu geschaffen. 


Öffnungszeiten der Ausstellung
1. April - 30. September:
DI - SO und Feiertage 14:00 - 17:00, FR zusätzlich 9:00 - 12:00
1. Oktober - 31. März:
DI - DO 14.00 - 16.00 Uhr, FR 9:00 - 12.00, SO und Feiertage 14:00 - 17:00

Umfangreiche Informationen über die Vogelwelt des Bodensees sind auf der Homepage der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Bodensee zu finden. http://www.bodensee-ornis.de/
Eriskirch liegt etwa 5 km östlich von Friedrichshafen am Nordufer des Bodensees. 
Anreise:
Mit der Bahn
Von Norden erreichen Sie die Region bequem mit dem Zug von Ulm nach Friedrichshafen, von der Schweiz mit der Fähre Romanshorn – Friedrichshafen.
Mit dem Auto
Mit dem KFZ kommen Sie auf der B 31 von Friedrichshafen bzw. von Lindau rasch nach Eriskirch. Parkplätze liegen direkt beim Zentrum.
Mit dem Fahrrad
Besonders umweltfreundlich reisen Sie mit dem Fahrrad an. Das Naturschutzzentrum liegt direkt an dem internationalen Fahrrad-Rundweg um den Bodensee.

Man kann beim Naturschutzzentrum anrufen, um Auskunft über den Stand der Irisblüte zu bekommen

Kontakt:
Naturschutzzentrum Eriskirch
Bahnhofstraße 24
88097 Eriskirch
Tel. 0 75 41 - 8 18 88
Fax 0 75 41 - 8 18 99
info@naz-eriskirch.de

Montag, 29. April 2013

Offene Gärten in Nordrhein-Westfalen

Buchempfehlung

Pünktlich zur neuen Gartensaison ist Melitta Kolbergs Gartenreiseführer zu den offenen Gärten in Nordrhein-Westfalen erschienen. Pünktlich insofern man jetzt noch Zeit hat, das Buch zu durchstöbern und sich auf die Tage der offenen Gartentür vorzubereiten. Bücher wie dieses sind eine grossartige Unterstützung für die Bewegung "Offene Gärten", die private Gartenleidenschaft und Gartenkunst zu einem - zumindest an einigen Tagen im Jahr - öffentlich erfahrbaren Kulturgut macht.
Melitta Kolberg arbeitet  freiberuflich als Landschaftsfotografin mit Schwerpunkt in Norddeutschland, ihre Fotos sind in zahlreichen Büchern und Kalendern erschienen. 

Der Band stellt 200 Gärten aus 19 verschiedenen "Offene Gärten" - Gruppen vor, die Gärten sind schön übersichtlich in verschiedene Regionen geordnet - Münsterland, Ostwestfalen, Sauerland, Rheinland Nord, Rheinland Süd, Bergisches Land und Ruhrgebiet. Ein kleiner Infokasten gibt zu jedem Garten die nötigen Informationen wie Adresse, Mail, Webseite so vorhanden und - ganz wichtig - die zugehörige  "Offene Gärten" Gruppe. Die Adressen der Gartengruppen sind in einem eigenen Kapitel aufgelistet. Ein schönes Detail: der Infokasten ist farblich je nach Gartengruppe anders gestaltet,  so  dass der Leser sich an dem farbigen Block zusätzlich orientieren kann. Auf der Webseite der jeweiligen Gruppe kann man sich über die Besichtigungstermine informieren. Jedem Garten ist wenigstens eine Seite, häufig auch eine Doppelseite mit aussagekräfigen Fotos (nicht einzelne Blüten, sondern Gartenszenen) gewidmet. Überschriften wie "Refugium für Vögel und Insekten", "Palmen und japanische Romantik", "Botanischer Raritätengarten" oder "Naturnaher offener Teichgarten" geben eine Vorstellung davon, was den Besucher erwartet.
Zusätzlich sind noch Adressen unter den Themen ""Weitere Gärten und Parks  in Nordrhein-Westfalen", "Gärtnereien, Baumschulen und Gartenmärkte" angegeben. Auch ein Namens- und Ortsverzeichnis ist angehängt.
Das Buch ist vom Format (20x15 cm) her klein genug, um es in einer geräumigen Handtasche unterzubringen, aber auch groß genug, um die Fotos zur Geltung zu bringen und einen Eindruck der Gärten zu vermitteln. Wer schon mal in zu kleinen Gartenreiseführern nach interessanten Zielen gesucht hat oder Prachtbände mit auf die Reise genommen hat, weiß das zu schätzen...
Dieses Buch wird mich auf vielen Gartenbesuchen in NRW begleiten.
Chapeau, Frau Kolberg - uneingeschränktes Lob für Foto, Layout und Inhalt!
Für alle Gartenliebhaber der Region "wärmste Empfehlung", zudem ist der Preis mit 12,- Euro sehr niedrig. Dafür gibt es im hinteren Buchteil ein paar passende und grafisch schöne Anzeigen.



Buchbestellung direkt bei der Autorin

Buchauszug: Garten Vollmert Foto: ©Thomas Vollmert



       Garten Janke in Düsseldorf , nicht bei der offenen Gartentür dabei, aber ein lohnenswertes Gartenziel in NRW   © Barbara Ehlert




















Dienstag, 2. April 2013

Der Garten der Villa Le Balze in Fiesole

Die Villa und der Garten Le Balze liegen in Fiesole an einem Hang, von dem aus man einen spektakulären Blick hinunter nach Florenz hat. Die Anlage wurde 1914 im Auftrag des amerikanischen Philosophen Charles Augustus Strong von dem englischen Gartenarchitekten Cecil Pinsent (1884-1963) und seinem Partner Geoffrey Scott geplant. Sehr charakteristisch für das Ensemble sind die verschiedenen Ebenen von Haus und Garten und die ausgeprägte Anlage verschiedener Gartenräume. Auf der  höchsten Ebene verläuft eine mit Rosa banksiae bewachsene Pergola, die an der Grundstücksgrenze in einem überdachten Bereich endet. Die beiden oberen Ebenen der Anlage sind streng formal gestaltet, unterhalb des Hauses geht der Garten langsam in einen Olivenhain mit einer blühenden Wiese über.
Der Besitz wurde von Charles Augustus Strong´s Tochter an die Universität Georgetown vermacht und  wird seitdem als Studienstätte genutzt. Der Garten wurde einige Jahre lang recht nachlässig behandelt, seit etwa zwei Jahren wird er wieder fachgerecht gepflegt. Er gilt als ein Meisterwerk von Cecil Pinsent und ist unbedingt einen Besuch wert.
Die Zitrusbäume standen Ende März noch nicht draußen, dafür hatten wir den Garten ganz für uns - ein sehr beeindruckendes Erlebnis!



Der Zitrusgarten von der Pergola aus gesehen

Am westlichen Teil auf der Eingangsebene 
Im Olivengarten


Im Olivenhain, Blick Richtung Süden 
Blick vom Olivenhain nach Norden 


Pergola und Villa von Westen gesehen

Der Zitrusgarten im Frühling 
Die Pergola 
Blickrichtung Süd/ West 

Links hinter der Hecke liegt der Zitrusgarten 



Die schmale Terrasse auf der Südseite 

Il Grotto 



Kamelie im schattigen Bereich der Grotte 

In der Limonaia





Eingang an der Via Vecchia Fiesolana, Besichtigung Mo - Fr 8.30 - 15.30 nach Anmeldung (telefonisch oder per E-Mail, english spoken). Im August und während der Ferienzeiten geschlossen. Eintritt 5,- Euro
Tel. +30 055 59208

Villa Le Balze:

"Visitors are welcome to tour the gardens at the Villa Le Balze by appointment. The gardens are open for scheduled visits Monday through Friday between 9 a.m. – 12:30 p.m. (last morning entrance 12:00) and 2 p.m. – 4 p.m. (last afternoon entrance 3:30). The Villa remains closed to the public on Saturdays and Sundays, school or public holidays and from the end of July to the end of August. Visitors should plan for approximately 30 minutes. We do not offer formal garden tours but visitors are welcome to guide yourselves around the grounds. Please note that as Villa Le Balze is a private residence, no access to any of the buildings is permitted to the general public. Specific visit-related e-mails should be directed to the Assistant Director, Simona Mocali at smocali@villalebalze.org"

Mein persönlicher Buchtipp für Gartenbesuche in der Toskana: "The gardens of Florence an Tuscany", siehe Link. Ich habe dieses Buch zufällig in einem Museumsshop gefunden - auch wenn die Adressenangaben nicht immer ganz korrekt sind, ein untentbehrlicher Führer ohne den ich viele Gärten nicht gefunden hätte.

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